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Innovationspreis auf Holzmesse verliehen

Ausgezeichnete Kategorien in Forst und Holz

Anlässlich des Europäischen Journalistenforums wurden am 29. August in Klagenfurt die beiden Preisträger des Innovationspreises der Internationalen Holzmesse Klagenfurt 2012 vorgestellt.


30% unter Seilkrankosten

In der Kategorie Forst wurde Konrad Forsttechnik aus Preitenegg vom Lebensministerium prämiert. „Das österreichische Unternehmen mit Tradition ist für seinen vorbildlichen Erfindergeist bekannt“, lobte DI Martin Nöbauer in Vertretung des erkrankten SC DI Gerhard Mannsberger auf der Veranstaltung. Das 22-jährige Unternehmen beschäftigt heute knapp 100 Mitarbeiter. Heuer gehen 12 Maschinen nach Japan und 8 nach Brasilien, alles 3 bis 4 Mio. €-Aufträge. Der Exportanteil beträgt etwa 60%“, erklärte Unternehmenschef Josef Konrad.

Etwa 6% unseres jährlichen Umsatzes werden in Forschung und Entwicklung investiert.
Nach dem entwickelten Harvesterkopf Woody (mehr als 1000 verkaufte Stück) folgte Woodliner, Mounty, Highlander und nun der funkgesteuerte und ausgezeichnete Bodenlaufwagen Pully, der knapp 30% unter den Seilkrankosten eine äußerst bodenschonende Holzernte verrichtet.


Holz aus der Sprühdose

Für großes Staunen sorgte der Innovationspreis in der Kategorie Holz. Das Unternehmen Organoids aus Wenns, vertreten durch Martin Jehart, wurde erst 2011 gegründet. Die Ursprünge der vorgestellten Produkteidee reichen bis ins Jahr 2002 zurück. Damals stellte Jehart mit seiner Vorgänger-Firma aufblasbare Pylonen für das Red-Bull AirRace her. Dieses Know-how hat Jehart in ein Verfahren zur Herstellung von frei formbaren Gegenständen und Bauteilen aus nachwachsenden Rohstoffen und auch biologisch abbaubaren organischen Bindemitteln weiterentwickelt. „Dabei wird eine individuell formbare und aufblasbare Innenform mit Druck beaufschlagt und mit einer Vakuumfolie bedeckt. Darauf werden unterschiedlich fein gemahlene, biogene Materialien (z.B. Holzhackschnitzel, Schilf, Stroh etc.) zusammen mit einem natürlichen Bindemittel in der gewünschten Stärke aufgespritzt“, erzählte Jehart.
Nachdem das noch feuchte und bewegliche Material mit einer weiteren Vakuumfolie bedeckt und luftdicht verschlossen wird, kann mithilfe eines definierten Unterdrucks das Biocomposit komprimiert und in seiner endgültigen Form ausgehärtet werden.

„Wir können jedes Holz sprühen und damit jegliche Form und Krümmung bewerkstelligen. Heute konzentrieren wir uns noch auf kleinere Designerstücke wie Sessel, Liegen, Schalen, Lampenhölzern, Lautsprecher oder Autoarmaturen. In Zukunft wollen wir auch mehr in Plattenbeschichtungen und Fassaden investieren. Garagen (2 cm dick) mit 6 m Spannweite können wir schon bauen. Die Farbe der Produkte wird über den Rindenanteil gesteuert. Wir beziehen Hackschnitzel oder Spreißel, welche wir zermahlen und weiterverarbeiten. Das Material dämmt sehr gut, verfügt auch über sehr gute Schallabsorption und ist zu 100% abbaubar“, kommentierte Jehart.

Derzeit sind fünf Mitarbeiter mit der Weiterentwicklung beschäftigt. In die Entwicklung wurde bisher eine „mittlere“ sechsstellige Summe gesteckt. Jetzt ist man auf der Suche nach Investoren – das Produkt verspricht jedenfalls noch vieles von sich.


Autor: DI Andreas Fischer (von der Holzmesse aus Klagenfurt)
30.08.2012, 10:01 MEZ

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