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20 Jahre Waldpädagogik in Österreich

Im Oktober wurde an der Forstlichen Ausbildungsstätte Ort mit Fachvorträgen, einer Festveranstaltung und Exkursionen das 20 Jahrjubiläum der Waldpädagogik in Österreich begangen.

Seit 1994 wird in Österreich durch Waldpädagogik Faszination und Interesse für den Naturraum Wald geweckt. Gegenwärtig wurden rund 1.400 Personen zu zertifizierten Waldpädagoginnen und Waldpädagogen ausgebildet. Viele dieser Personen (engagierte Försterinnen und Förster, Waldbesitzer und Waldbesitzerinnen und forstliche ausgebildete Personen) sind als Waldpädagoginnen und Waldpädagogen erfolgreich tätig. Mehr als 100.000 Schülerinnen und Schüler erleben jedes Jahr die faszinierende Vielfalt des Waldes. Seitens des Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) werden ca. 6.000 Ausgänge pro Jahr gefördert. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl von nicht geförderten Aktivitäten.


Spannende Vorträge und Exkursionen

80 interessierte Personen nahmen an der äußerst gelungenen Festveranstaltung teil. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einer Aufführung von Kindern des sonderpädagogischen Zentrums der Nikolaus-Lenau-Schule, Gmunden die eng mit der FAST Ort zusammenarbeitet.
Der Direktor der FAST Ort, D.I. Dr. Wolfgang Jirikowski eröffnete die Veranstaltung, begrüßte die zahlreich erschienen Ehrengäste und hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, dass die Waldpädagogik als eine „Erfolgsgeschichte“ bezeichnet werden kann. Nach den Grußworten der Ehrengäste (BMLFUW – D.I. Nöbauer, BFW – HR. D.I. Neumann und Land OÖ – D.I. Killingseder) konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Festvortrag von Hans Steinkellner, MSc zum Thema „Beziehungsraum Wald – Autorität durch Beziehung: Gehorsamkeit ist gestern“ lauschen.
Steinkellner machte der Waldpädagogik Mut, voranzugehen und auch künftig Kinder in den Wald mitzunehmen.
Im Anschluss an den Festvortrag gab es ein Podiumsgespräch mit wichtigen Persönlichkeiten aus der Waldpädagogikszene. (Dr. Johann – Verein WP in Österreich, Bancalari – Vorstandsmitglied Verein WP in Österreich, D.I. Nöbauer – Abt. III/2 BMLFUW, Ing. Plachy – SchuleWald, Ing. Wolf und Ing. Botka – ehemals FAST Ort und Begründer der WP in Österreich).
Allgemein kann festgehalten werden, dass sich die letzten 20 Jahre sehr viel Positives in der Waldpädagogik getan hat. An dieser Entwicklung soll weiterhin festgehalten werden. Es soll auch weiterhin gelingen, die Menschen zu begeistern. Aber es müsste auf jeden Fall gewährleistet sein, dass die Rahmenbedingungen optimal sind.
Nach der Mittagspause ging es mit Fachvorträgen (Facetten der Waldpädagogik) weiter. Die Spanierin Maria Angelez Suarez berichtete über die Waldpädagogischen Aktivitäten in Spanien. Peter Kapelari vom Österr. Alpenverein referierte über 13 Jahre Bergwaldprojekte in Österreich. Es wurden bisher 180 Projektwochen mit 2.896 Teilnehmerinnen und Teilnehmern abgewickelt. Mag. Walter Mayerhofer vom SPZ Nikolaus Lenau Schule Gmunden berichtete über seine positiven Erfahrungen und machte Mut sich auf ungewohntes einzulassen. DI Kunisch (LReg. OÖ – Naturschutz) präsentierte das Projekt „Naturschauspiel.at“ Er hob hervor, dass die „Natur zu verstehen“ nicht ohne „Naturerlebnis“ geht und referierte über das seit 2010 laufende Erfolgsprojekt, an welchem die Waldpädagogik mit ca. 10% beteiligt ist.
Seitens des BMLFUW präsentierten DI Nöbauer und Ing. Baschny (Abt. III/2) die „Erfahrungen und Perspektiven aus der Sicht der Förderstelle im Ministerium“.
Waldpädagogikkurse werden seit 1994 angeboten, Zertifikatskurse in Moduler Form gibt es seit dem Jahre 2004 und seit 1.1.2012 ist die Rezertifizierung in Kraft.
Leider konnte über die künftige Förderung (LE 2014-20) nicht viel gesagt werden, da das Programm noch nicht endgültig fixiert und genehmigt ist.
Zusammenfassend merkte Ing. Wolf an, dass man die Waldpädagogik erfinden müsste, wenn es sie nicht schon gäbe und eine gewisse Förderung von Waldausgängen wäre auch weiterhin wünschenswert.
Nach dem gemütlichen Teil im Festsaal des Landschlosses Ort versammelte Ing. Botka alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen um die Linde im Landschloss und beschloss den Tag mit einer Waldpädagogischen Aktion.
Am 2. Tag gab es Exkursionen in den Nationalpark Nördliche Kalkalpen, zur Waldschule von Ing. Wolf ins Almtal und es gab einen Workshop zum Thema „Herstellung von Instrumenten aus Wildholz“.
Alles in Allem ein sehr würdiges, gelungenes Fest, welches nur durch die Tatsache getrübt wurde, dass die Personenanzahl limitiert war.


Autor: Maierhofer
18.12.2014, 12:03 MEZ

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