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WEP Murtal © redgrößer

Innovationen in der forstlichen Raumplanung

von DI Herwig Schüssler, Landesforstdienst, Graz

Der von der Bezirkshauptmannschaft Murtal  in Zusammenarbeit mit der Landesforstdirektion erstellte Waldentwicklungsplan wurde Ende 2014 vom Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft genehmigt.  Der Waldentwicklungsplan  (WEP) stellt als forstlicher Rahmenplan die Waldverhältnisse dar, zeigt die Leitfunktionen des Waldes auf und soll durch vorausschauende Planung dazu beitragen, den Wald und seine mehrfachen Funktionen bestmöglich zu erhalten. Gleichzeitig stellt er eine wichtige Grundlage für forstpolitische und forstrechtliche Entscheidungen, forstliche Gutachten sowie für jegliche waldbezogene Planungen dar. Besondere Bedeutung kommt dem WEP im Rahmen der Sicherung der öffentlichen Interessen am Wald zu. Das begrenzte Raumangebot Wald muss mit den steigenden Raumansprüchen unserer Gesellschaft (Verkehr, Siedlungen, Gewerbe, Industrie, Tourismus, Erholung, etc.) in Einklang gebracht werden, damit das nachhaltige Bestehen der Wälder und seiner Wirkungen für jetzige und folgende Generationen sichergestellt wird. Die Waldentwicklungsplanung mit der Abgrenzung der Leitfunktionen ist eine wesentliche Grundlage zur bestmöglichen Interessensabstimmung und vorausschauenden Planung der Waldbewirtschaftung.
Der WEP Murtal ist der erste Waldentwicklungsplan der zweiten Revision und beinhaltet eine Reihe von Innovationen, wie
•          Einbindung der Naturgefahrenhinweiskarte
•          Darstellung der Lebensraumkorridore und eine
•          übersichtliche Zusammenfassung der Waldverhältnisse für jede einzelne Gemeinde.
Das soll beispielgebend für die folgenden WEP-Revisionen in der Steiermark sein.


Wie kann man den Waldentwicklungsplan nutzen?

Der WEP besteht aus einem Kartenteil und einem Textteil. Im Kartenteil werden die Waldfunktionen grafisch dargestellt und für jede einzelne Funktionsfläche (Mindestgröße 10 ha) die Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktion bewertet (Wertigkeiten 1 bis 3). Aus dieser Bewertung wird die Leitfunktion (wichtigste Funktion auf der Fläche) nach bestimmten Regeln ermittelt.

Ergänzt wird der WEP durch eine Flächenbeschreibung, eventuelle Funktionsbeeinträchtigungen sowie die forstpolitischen Ziele und Maßnahmen. Der Textteil umfasst eine Beschreibung des Waldes in der Planungsregion (Bezirksforstinspektion) bzw. anderer Sachverhalte (Klima, Geologie und Böden,  Sperrgebiete, Schutzgebiete, u.a.) die Einfluss auf den Wald haben. Der WEP wird als Grundlage für forstpolitische Entscheidungen, aber auch als Information für die Öffentlichkeit über die Waldverhältnisse herangezogen. Auch beziehen ihn „nicht- forstliche“ Planungsträger, wie z.B. die allgemeine Raumplanung oder die Verkehrsplanung, zunehmend in ihre Entscheidungen mit ein. Der WEP Murtal liegt digital vor, für jede Funktionsfläche sind die wichtigsten Daten (Größe, Leitfunktion, Beeinträchtigungen, Maßnahmenplanungen) in einer Datenbank gespeichert und öffentlich abrufbar. Siehe www.wep.steiermark.at

Bis Ende 2020 soll die zweite Revision aller Waldentwicklungspläne der Steiermark abgeschlossen sein.  WEP Hartberg-Fürstenfeld und WEP Südoststeiermark sind derzeit in Arbeit und werden noch 2015 genehmigt. Mit den Bezirken Liezen, Deutschlandsberg und Leibnitz wird in diesem Jahr begonnen.  


Autor: Maierhofer
31.03.2015, 14:33 MEZ

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