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FD DI Wolfgang Loidl †

Wolfgang Loidl + © red.größer Wolfgang Loidl wurde als Sohn des bekannten und geschätzten Forstmannes Amandus Loidl in St. Oswald ob Eibiswald geboren. Seine forstliche Laufbahn war ihm also fast in die Wiege gelegt.   Nach der Matura in der nunmehrigen HIB Graz Liebenau und Ableistung seines Präsenzdienstes beim Forsttrupp des Bundesheeres begann er sein Studium im Jahre 1973 an der Universität für Bodenkultur. Mit einem waldbaulich- betriebswirtschaftlichen Thema in seiner Diplomarbeit bei Professor Hannes Mayer, schloss er sein Studium Anfang des Jahres 1979 ab.  
Im selben Jahr begann er seine berufliche Laufbahn in der Forstverwaltung Wasserberg des Stiftes Heiligenkreuz. Zunächst als Forstassistent, nach der Staatsprüfung 1982 als Forstmeister und 1986, nach der Pensionierung seines Vorgängers, als Forstdirektor und Leiter der Verwaltung. Umfangreiche Aufgaben, insbesondere in den damals zahlreichen Nebenbetrieben, wurden von Ihm in Angriff genommen und verwirklicht. Die Landwirtschaft wurde durch Umstellung auf schottische Hochlandrinder extensiviert, in das Schloss Wasserberg wurden Wohnungen und eine zentrale Heizanlage eingebaut und Ferienwohnungen errichtet. Der Bau und Betrieb von Kleinwasserkraftwerken waren eine weitere große Herausforderung. Besondere Anstrengungen erforderte der Umbau und die Neuorganisation der forsteigenen Säge in Zeltweg. Um sich betriebswirtschaftliche Grundlagen zu erarbeiten, führte er eine Kostenrechnung ein und war Mitbegründer der Betriebsvergleichsgruppe „Forsteigene Sägen“. Auch in der Jagd erkannte Wolfgang Loidl die Notwendigkeit, Schalenwildmanagement über die Reviergrenzen hinaus betreiben zu müssen und gründete 1989 die Hegegemeinschaft Seckauer Tauern, stand ihr als Obmann lange Jahre vor und machte sie zu einer der wenigen, über Jahre vorbildlich funktionierenden Wildgemeinschaften der Steiermark. Auch im Forstbetrieb wurden rasch notwendige Umstellungen angegangen: Vorantreiben des Wegebaus in den Schutzwald zu dessen Pflege, Umstellung auf hochmechanisierte Holzernte durch die Anschaffung eines Baggerprocessors und vieles andere mehr.
Im Waldbau zählte Wolfgang Loidl zu den Pionieren. Führte er doch schon sehr früh die heute gängige stammzahlarme Bewirtschaftung der Fichte mit zeitgerechten und starken Durchforstungen auch im Gebirgswald ein, was zu dieser Zeit – mit erst wenigen wissenschaftlichen Untersuchungen unterstützt- ein hohes Wagnis war und entsprechend kritisch beurteilt wurde. Mit der Schließung des Sägewerkes und Änderungen der Abnehmerstruktur zu wenigen großen Sägewerken erkannte er auch als einer der ersten die Notwendigkeit gemeinsamer Logistik und Vermarktung des Rundholzes und war damit einer der Pioniere der WWG Bergwald, die seine Tätigkeit an führender Stelle bis zu seinem krankheitsbedingten Ausscheiden sehr schätzte.  
Auch in den meisten forstlichen Organisationen hat Wolfgang Loidl wertvolle Arbeit geleistet. Besonders hervorzuheben ist seine Tätigkeit als Leiter der alljährlichen Wirtschaftsführerhaupttagung – heute Adventtagung - in Graz. Uns sind seine pointierten, genau recherchierten und treffenden Berichte zur Lage der Forstwirtschaft in guter Erinnerung.  
Mit Wolfgang Loidl hat die Steirische Forstwirtschaft viel zu früh einen ihrer aktivsten, innovativsten und führenden Persönlichkeiten verloren. Die Erinnerung an sein Lachen wird noch lange die Herzen seiner Freunde und Kollegen mit Wärme erfüllen.  

Carl Prinz von Croy
Land&Forst Betriebe Steiermark  


Autor: Carl Prinz von Croy
29.05.2015, 08:45 MEZ

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