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28 Exkursionsteilnehmer © Webergrößer

Reisebericht von Mag. Wolfgang Robisch

Exkursion des Steiermärkischen Forstvereins nach Ungarn - Sopron

Die diesjährige Exkursion führte am 2. und 3. Oktober nach Westungarn in die Stadt und Region Sopron. Die Fahrt begann am Freitag pünktlich um 7 Uhr per Autobus am Parkplatz Verteilerkreis Webling und ging über Bruck, Mürzzuschlag, den Semmering und Wiener Neustadt Richtung Klingenbach und von dort nach Sopron. Im südlichen Wiener Becken erläuterte unser Obmann Toni Aldrian kompetent und interessant die Entstehung des Leithagebirges, das neben hervorragenden Weinen auch wertvolle Baustoffe (Leithakalke) lieferte, unter anderem für die Prachtbauten der Wiener Ringstraße, wie z.B. das Parlament.   Nach angenehmer Fahrt erreichten wir Sopron, wo uns der Obmann des Westungarischen Forstvereins, Herr. Dr. ? empfing und herzlich begrüßte. Er führte uns anschließend in „seine“ Schule, die Fachmittelschule Roth Gyula bzw. deren Internat, wo uns die Forstwirtschaft Ungarns in groben Zügen vorgestellt wurde. Daneben wurden wir mit einer Kaffeejause freundlich und großzügig bewirtet.


Anschließend erfolgte eine sehr lehrreiche und gut organisierte Stadtführung durch eine Lehrkraft der Schule, wobei speziell die Ausgrabungen der ehemaligen Römersiedlung und der gut erhaltene mittelalterliche Stadtkern in Kombination mit teilweise sehr schön restaurierten gründerzeitlichen Gebäuden beeindruckten.   Nach dem Mittagessen in einem netten Restaurant direkt im Zentrum von Sopron führte unser nächster Exkursionspunkt in die Westungarische Universität, hier konkret zur Fakultät für Forstwissenschaft, wo wir von deren Vorstand willkommen geheißen und informiert wurden. Der folgende Spaziergang durch den universitären Botanischen Garten brachte vielerlei Überraschungen und Bewunderung für den allgegenwärtigen großen Forstmann Roth Gyula. Da unser Programm sehr gut und präzise gestaltet war, musste schließlich der letzte Tagespunkt, eine Waldbegehung im stadtnahen Lehrforst, in Angriff genommen werden. Wenn man berücksichtigt, dass ursprünglich eine reine Niederwaldbewirtschaftung stattgefunden hatte, so sind die heutigen Waldbilder zwar nicht gerade umwerfend, aber doch respektabel, einzelne Baumindividuen (Fichte, Buche) sogar überwältigend.   Mit dem Quartierbezug im Hotel Sopron und anschließendem Abendessen ging der erste Exkursionstag harmonisch seinem Ende entgegen. Einige von uns versuchten noch als Nachtschwärmer die Stadt kennen zu lernen.


Einser-Kanal Nationalpark Neusiedlersee © Webergrößer

Am nächsten Tag traten wir nach einem ausgezeichneten Frühstücksbuffet die Fahrt in den Fertö – Hansag – Nationalpark, den ungarischen Teil des Nationalparks Neusiedler See, an. Da die NP – Verwaltung fest in forstlicher Hand ist, wurden wir wiederum sehr herzlich empfangen und gleichzeitig mit einem (oder mehreren) Vormittagsschnapserln willkommen geheißen. Sowohl die Gebäude als auch die übrige Infrastruktur des NP sind in einem hervorragenden Zustand und äußerst beeindruckend. Neben der Tierwelt, speziell äußerst reichhaltige Vogelkolonien, war unter anderem eine Hundevorführung sehr sehenswert. Es waren auch auffällig viele Schulgruppen und Radfahrer anzutreffen. Die Zeit verging wie im Flug, das Mittagessen stand am Programm und konnte genossen werden, ehe der nächste Exkursionspunkt, der Strand in Fertörákos auf uns wartete. Einige wunderschöne Bootshäuser (aus der Zeit der „Privilegienära“) beeindruckten ebenso wie die Windverhältnisse am See – ein Dorado für Windwassersportler!  


Mahnmahl © Webergrößer

Der letzte Punkt unserer Reise war ein sehr denkwürdiger: wir besuchten die Gedenkstätte des Paneuropäischen Frühstücks an der ungarisch – österreichischen Staatsgrenze, wo im Herbst 1989 die erste Öffnung des Eisernen Vorhangs erfolgte. Diese löste schlussendlich eine epochale historische Lawine aus.   Beeindruckt von diesen Geschehnissen und natürlich auch von den übrigen Exkursionszielen traten wir die Heimreise an. Es waren nicht nur wettermäßig 2 tolle Tage, sondern auch die Begegnung mit sehr netten Leuten war von hoher Qualität. Diese Reise machen zu können erfüllte mich persönlich mit großer Freude! Es bleibt mir nur noch das Bedürfnis, mich bei den Organisatoren dieser Reise, vor allem bei Fr. Veronika Maierhofer und Hr. Gerhard Pelzmann, aufrichtig und herzlich zu bedanken.


Original Grenzzaun © Webergrößer

Autor: Maierhofer
16.12.2015, 10:52 MEZ

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