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Holzmarktbericht März 2016

von Dipl.-Ing. Klaus Friedl, LK Steiermark

Die Industrie ist durchwegs gut versorgt, signalisiert aber Bedarf an frischem Rundholz

Das vergangene Jahr bescherte der Holzindustrie eine gute Rundholzversorgung und stabile Absatzmärkte. Für die Waldbesitzer zeigten sich die Werke als zuverlässige Abnehmer, jedoch mit dem Wermutstropfen von Preisreduktionen vor allem bei Sägerundholz. Durch das zusätzliche Angebot von Käferholz im 2. Halbjahr verstärkte sich der Abwärtstrend und führte bei einzelnen Sortimenten im Jahresvergleich zu einem Minus von über 10%. Der Bedarf an frischem Sägerundholz ist trotz guter Versorgung wieder leicht steigend. Bei der Zufuhr sind jedoch meist strenge Kontingente und Lieferprofile einzuhalten. Beim Laubholz beschreiben die Ergebnisse der letzten Wertholzsubmissionen den Markt am besten.
Die Eiche zählt zu den am meisten nachgefragten Holzarten. Sie hält ihr hohes Preisniveau und der Trend zu den dunklen Hölzern wie Schwarz- und Walnuss setzt sich fort.
Die hellen Buntlaubhölzer wie beispielsweise Elsbeere und Kirsche sind nur in besten Qualitäten gefragt. Der Markt für Ahorn scheint größtenteils gesättigt zu sein. Zwar wird das Sägerundholz immer als der Motor des Marktes bezeichnet, jedoch wurde dieser während der letzten beiden Jahre zu einem Gutteil vom Industrieholz beeinflusst. Durch den Kesselschaden in Pöls, den Brand der Papiermaschine in Laakirchen und den verlängerten, revisionsbedingten  Stillstand in Gratkorn ging der Industrieholzverbrauch sehr stark zurück. Die Versorger, Betreiber und Rundholzlieferanten reagierten auf die geänderten Rahmenbedingungen überaus partnerschaftlich und koordiniert. Durch die Anlage von industrieseitigen Lagern, die Absenkung der Importe sowie eine Rücknahme der Durchforstungen mit hohem Industrieholzanfall gelang es, größere Probleme zu vermeiden. Das Werk Pöls – mit einem Minderverbrauch von rund 1 Mio fm pro Jahr – verursachte den größten Mengenausfall. Überaus positiv wirkt sich die planmäßige Wiederinbetriebnahme des generalsanierten Laugenkessels auf den Holzmarkt aus. Das Produktionsniveau von 2013 ist bereits erreicht und bewirkt derzeit den zügigen Abbau der eingelagerten Mengen. Besorgniserregend sind jedoch die fehlenden Niederschlagsmengen des Winters. Die mangelnde Wasserversorgung versetzt vor allem die flachwurzelnde Fichte in den Randgebieten ihrer optimalen Verbreitung zusehends unter Stress. Die Niederschläge der letzten Wochen vermögen dieses Defizit in ihrer Intensität kaum auszugleichen. Auf den Abtransport des Holzes aus dem Wald wirken sich die durchnässten Forststraßen jedoch zusehends aus. Dazu kommen die für die Jahreszeit üblichen Straßensperren. Nennenswerte Waldlager gibt es dennoch nicht. Auch die Plattenindustrie ist bestens mit Holz versorgt. Es wird jedoch betont, dass trotz hoher Lagerstände eine weitere Aufnahmefähigkeit besteht. Vorauszusetzen dafür ist die gute Abstimmung der Zufuhrmengen. Das Sortiment mit den größten Herausforderungen bei der Vermarktung stellt derzeit das Energieholz dar. Zwei sehr warme Winter hintereinander und die Kalamitäten durch Eis, Wind und Borkenkäfer im Inland und den angrenzenden Nachbarländern ließen den Verbrauch stark abfallen und das Angebot gleichzeitig ansteigen. Zumindest bei den Heizwerken wird der Verbrauch frühestens im Herbst wieder ansteigen. Die zu hohen Wintertemperaturen führen des Weiteren zu Änderungen am mitteleuropäischen Buchen – Faserholzmarkt. Brennholzsortimente werden immer öfter der stofflichen Verarbeitung zugeführt. Europas größter Verwerter – die Lenzing AG – beginnt aufgrund des hohen Angebotes die Preise moderat abzusenken. Die weiteren Marktentwicklungen werden 2016 sehr stark vom Auftreten und der Entwicklung der Borkenkäfer abhängen. Aufgrund der hohen Käferpopulation aus den Vorjahren, den fehlenden Niederschlägen und den viel zu hohen Temperaturen besteht ein sehr hohes Risiko einer Massenvermehrung. Dieses Gefahrenpotenzial wird bundesweit sehr unterschiedlich gesehen. Während das Risiko zwar regional beachtlich sein kann, geht man in der Steiermark eher von überschaubaren Käfermengen aus. Anders jedoch in den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich und Burgenland, wo man mit einer erheblichen Kalamität rechnet. Die Arbeiten müssen sich in den nächsten beiden Monaten vor allem auf die Entfernung eventuell vergessender Käferbäume, sowie auf die Entfernung bruttauglichen Materials aus dem Wald konzentrieren. Ab Mai sind die Bestände am besten wöchentlich auf Käferbefall zu kontrollieren. Befallene Bäume sind sofort zu entfernen. Abhängig von Temperatur und Niederschlag werden sich zumindest die Kontrollen bis Anfang Herbst fortsetzen. Der Forstschutz und die Waldhygiene stehen heuer in ihrer Wichtigkeit ganz klar vor dem Thema Markt. 

 Empfehlungen:
 
•          Bestände mit Beginn des Käferfluges (April/Mai) auf Befall kontrollieren

•          Befallene Bäume sofort aufarbeiten und aus dem Wald transportieren

•          Auf die rasche Abfrachtung aller Fichtensortimente achten  


Autor: Maierhofer
23.03.2016, 14:16 MEZ

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