www.timber-online.net

Meldungen // Forstverein
 // Wald
Wald © Maierhofergrößer

Österreicher lieben ihren Wald

Die Wälder sind in Österreich beliebter denn je zuvor, bestätigt eine vom SORA-Institut im Auftrag der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) jüngst durchgeführte Umfrage (n=1.016).

Mehr als 90 % aller ÖsterreicherInnen halten sich regelmäßig in der Natur auf. Mehr als zwei Drittel (73 %) gehen dabei am liebsten in den Wald, davon 42 % sogar täglich oder mehrmals pro Woche.
Der Wald ist in allen Altersstufen gleichermaßen beliebt, in der Altersgruppe der 30 bis 44-Jährigen und 45 bis 59-Jährigen halten sich 78 % regelmäßig im Wald auf, ähnlich mit 75 % bei der Altersgruppe 60+.
Deutlich weniger oft sind jüngere Bevölkerungsgruppen in der Natur anzutreffen, mit 56 % ist es immerhin aber noch jeder Zweite zwischen 14 und 29 Jahren, der regelmäßig in den Wald geht.

Eine Nation der Waldspaziergänger

Die ÖsterreicherInnen haben es gerne gemütlich: 84 % geben "Spazieren und Wandern" als Lieblingsbeschäftigung im Wald an.
An zweiter Stelle rangiert die Kulinarik: 21 % gehen gerne Pilze und Beeren sammeln.
Sportliche Aktivitäten wie Laufen und Joggen (17 %) oder Radfahren/Mountainbiken (6 %) liegen weit dahinter.
Auch Naturbeobachtung/Fotografieren (13 %) ist beliebt.

Besonders sportlich ("Bewegung in der Natur") zeigen sich die Bundesländer Niederösterreich (26 %), Tirol (24 %) und Oberösterreich (23 %), aber auch Wien (36 %), dessen Bevölkerung die umliegenden Wälder wie den Biosphärenpark Wienerwald und den Nationalpark Donau-Auen vor den Toren der Stadt, stark nützt.
69 % sehen den Wald als Quell der Erholung, wo man Ruhe und Kraft tanken oder die Stille genießen kann. Die Aufenthaltsdauer beträgt durchschnittlich bis zu einer Stunde (35 %), viele bleiben mit zwei oder drei Stunden auch länger im Wald (45 %).


Trend zur Natur ungebrochen, Nutzungsdruck steigt

Immer mehr Menschen zieht es in die Natur und in den Wald. In den letzten Jahren ist der Nutzungsdruck im Naturraum für Tiere, Pflanzen und Menschen stark gestiegen. Wanderer, Mountainbiker, Spaziergänger oder Jogger: Der Wald ist für alle da - jeder soll den Wald nach seinen Interessen und Bedürfnissen nützen können. Das funktioniert jedoch nur, wenn wir uns alle an Spielregeln halten. Dies spiegelt nicht zuletzt auch die aktuelle Umfrage wider: 91 % aller Befragten wünschen sich verbindliche Spielregeln im Wald, um Konflikte zwischen den einzelnen Nutzergruppen zu vermeiden.


Österreicher klopfen auf heimisches Holz

Ein ähnlich ausgeprägtes Naheverhältnis haben die ÖsterreicherInnen zum Rohstoff Holz. 97 % finden, dass Holz zu ihrem Wohlbefinden beiträgt - im Einrichtungsbereich etwa oder durch Alltagsgegenstände aus Holz. 86 % bevorzugen dabei Holz aus heimischen Wäldern und 96 % finden, dass dieses aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen soll. Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist Jahrhunderte alt und stammt ursprünglich ja aus der Forstwirtschaft. Gerade in Zeiten des Klimawandels und seiner Herausforderungen ist für die österreichischen Waldbewirtschafter eine nachhaltige Waldbewirtschaftung oberstes Gebot wie eh und je: Geerntet wird nicht mehr als wieder nachwächst.


Wälder werden zukünftig an Bedeutung gewinnen

75 % aller Befragten sind davon überzeugt, dass die Bedeutung des Waldes, aber auch anderer Naturräume in Österreich wie Seen, Flüsse oder Berge zukünftig steigen wird. Das sind deutlich mehr als bei der letzten Umfrage (54 %), durchgeführt von Integral 2013. Ähnliches gilt für den Rohstoff Holz: 93 % gaben an, dass der Rohstoff Holz zukünftig wichtiger wird, da es sich um einen nachwachsenden und natürlichen Rohstoff handelt. Der Wald ist für uns Menschen ein einzigartiger Erholungsraum. Er bietet Tieren und Pflanzen unersetzlichen Lebensraum, liefert den erneuerbaren und CO2-neutralen Rohstoff Holz oder trägt zum Klimaschutz bei, indem er Kohlenstoff speichert und das Mikroklima reguliert. Durch den Klimawandel, der für die Forstwirtschaft zu den größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zählt, die Energiewende und den Wandel hin zu einer biogenen Gesellschaft wird die Bedeutung der Wälder weiter steigen.


Autor: Maierhofer
06.07.2016, 11:48 MEZ

Artikel druckenArtikel mailen