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Holzmarktbericht August 2016

von Dipl.-Ing. Klaus Friedl, LK Steiermark

Die Lager der Sägeindustrie sind großteils gut gefüllt. Die Nachfrage an frischem Rundholz steigt jedoch.

Während der heißen letzten Wochen kamen verstärkt Käferbäume zum Vorschein.

Von den Abnehmern gewährte Lieferprämien signalisieren den steigenden Bedarf an frischem Sägerundholz. Preisanpassungen für das Fichtenleitsortiment B 2b von 2 bis 3 Euro konnten seit dem Sommer erzielt werden. Die Ernteaktivitäten in den steirischen Wäldern konzentrieren sich auf die Aufarbeitung von Schadhölzern durch Wind oder Borkenkäfer. Vor allem im Kleinwald, laufen die Pflegearbeiten - wie kurz vor Beginn der Holzerntesaison üblich - auf niedrigem Niveau. Fracht- und Ernteunternehmer stehen kurzfristig zur Verfügung. Während der letzten Wochen gab es am Holzmarkt kaum Turbulenzen. Weder die Forstwirtschaft noch die abnehmerseitige Industrie konnte die große Unbekannte „Borkenkäfer“ einordnen. Etwaige prognostizierte Käferholzmengen blieben aufgrund der nasskalten Witterung weit hinter den „erwarteten“ Prognosen. Die Käferentwicklung hat sich deutlich verzögert. Die hohen Temperaturen der letzten Wochen brachte dennoch einiges an Käferholz zum Vorschein. Die gute Wasserversorgung der Bäume lässt die Krone sehr lange gesund erscheinen, obwohl die Rinde längst abgefallen, und die entsprechende Käfergeneration längst ausgeflogen ist. Die Hygienemaßnahmen der nächsten Monate wird für die weitere Entwicklung von entscheidender Bedeutung sein. Für den Holzmarkt spielt die Importquote von Käferholz vor allem aus den Ländern Slowenien, Deutschland, Tschechien und der Slowakei eine wichtige Rolle. Das Angebot sowie der Mengenstrom aus diesen Ländern sind sehr hoch und beeinflussen den heimischen Markt wesentlich. Als weitere Herausforderungen bei Sägerundholz stellt sich hauptsächlich der Absatz der Kiefer dar. Preisabsenkungen im dritten Quartal festigten den geringen Bedarf dieser Baumart. Die Schließung des Stiftsägewerkes Heiligenkreuz – das mit einer jährlichen Einschnittskapazität von 20 bis 30 tausend Festmetern zwar nicht zu den österreichischen Großsägen zählt, sich jedoch für die Abnahme der besseren Qualitäten und stärkeren Durchmesser verschiedener Kiefernarten etablierte – senkt die Kiefernnachfrage weiter. Im Laubholzbereich hat sich - dem Trend der letzten Jahre folgend - die Eiche weiter behauptet. Hier sind beinah alle Qualitäten zu ansprechenden Preisen am Markt gefragt. Ein Aufwärtstrend bei den hellen Buntlaubhölzern ist aus ersten Vorgesprächen für die nächste Saison noch nicht zu verzeichnen. Ableiten lässt sich jedoch, dass durch das vermehrte Angebot der Esche, die Mehrmenge nur schwer zu entsprechenden Preisen am Markt unterzubringen sein wird. Am Industrieholzmarkt laufen die Anlagen in den Abnehmerwerken auf gutem Niveau. Die Abfuhr von Faserholz läuft leicht verzögert, wodurch sich kleinere Waldlager aufbauen. Schleifholz ist derzeit gut nachgefragt. Gerüchte um einen etwaigen Aufnahmestopp von Schleifholz am Standort Laakirchen könnte diese Situation jedoch rasch ändern. Die Preise der Industrieholzsortimente sind derzeit konstant. Die Vermarktung des als Koppelprodukt anfallenden Sortimentes Energieholz stellt derzeit die größte Herausforderung dar. Durch den geringen Absatz der letzten Jahre haben sich große Lagermengen aufgebaut. Milde Winter und hoher Importdruck reduzieren die Absatzmöglichkeiten weiter.


  Empfehlungen:
•          Schadholz sofort aufarbeiten und aus dem Wald transportieren
•          Auf die rasche Abfrachtung aller Fichtensortimente achten
•          Frisches Fichtenrundholz ist von der Säge nachgefragt.


Autor: Maierhofer
11.10.2016, 15:05 MEZ

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