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Russrindenkrankheit © Redgrößer

Forstexperten warnen vor Russrindenkrankheit bei Ahorn

Von Dipl.-Ing. Thomas Leitner, LK Österreich

Gefahr für Mensch und Baum

Absterbende Ahornbäume mit abblätternder Stammrinde, unter der großflächig schwarzer Staub zutage tritt, sind ein untrügliches Zeichen für die Pilzart Cryptostroma corticale, die durch steigende Temperaturen begünstigt wird. "Diese Pilzart produziert enorm viele Sporen, es besteht die Gefahr einer Beeinträchtigung der Atemwege bei längerem Aufenthalt in der Nähe von stark betroffenen Bäumen. Die auch als Russrindenkrankheit bekannte Erscheinung war in Österreich erstmals nach dem trockenen, heißen Sommer 2003 bei verschiedenen Ahorn-Arten beobachtet worden. Nach den extremen Sommermonaten 2015 ist sie heuer erwartungsgemäß häufiger geworden", berichtet Forstexperte Thomas L. Cech vom Bundesforschungszentrum für Wald. Die Krankheit ist an folgenden Symptomen zu erkennen: Ahornbäume welken, die Krone stirbt zurück und am Stamm löst sich die Rinde flächig ab. Der darunter liegende Holzkörper ist von einer bis zu 1 cm dicken schwarzen Schicht aus mikroskopisch kleinen Pilzsporen bedeckt. Diese werden durch den Wind verbreitet und bei Regen den Stamm hinabgeschwemmt. Fällt man einen solchen Baum, so zeigt sich im Querschnitt ein grünlich, gelblich oder bräunlich verfärbter Holzkörper. Das Verbreitungsgebiet dieser Pilzart erstreckt sich in Österreich hauptsächlich über das östliche Flach- und Hügelland. Nachdem dieser Pilz eine sehr große Sporenzahl pro Flächeneinheit produziert, besteht die Gefahr einer Beeinträchtigung der Atemwege bei intensivem Aufenthalt in der Nähe von stark betroffenen Bäumen. Vor allem bei Menschen mit einer vorbelasteten Lunge oder einer allergischen Grunderkrankung kann der Kontakt mit den Pilzsporen Husten, Atemnot, Müdigkeit oder Fieber auslösen.


Schutzmaßnahmen erforderlich

"Gefährdet sind nicht die Spaziergänger im Wald, sondern Menschen, die durch ihren Beruf diesen Sporen ständig intensiv ausgesetzt sein können, wie Forst- und Waldarbeiter. Hier sind entsprechende Schutzmaßnahmen unbedingt erforderlich", erklärt die Leiterin der Abteilung für Arbeitsmedizin der AUVA-Rehabilitationsklinik Tobelbad, Barbara Machan. Vor allem im städtischen Bereich ist die gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung durch Cryptostroma ein Thema. Deshalb müssen Bäume, auf denen sich die Sporen bereits entwickelt haben, umgehend gefällt werden. Dabei sind Sicherheitsmaßnahmen (Mundschutz, vorheriges Benetzen mit Wasser) empfehlenswert. Die Stämme sollten sofort verbrannt werden. Sie für die Nutzung als Brennholz zu lagern, dämmt die Gefahr der Sporenverbreitung nicht ein, warnen Experten.


Autor: Maierhofer
11.10.2016, 15:17 MEZ

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