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Wir brauchen eine praktikable, glaubhafte Zertifizierung

Hier nagt der Holzwurm

FSC trennte sich vor zwei Wochen von der Holzindustrie Schweighofer, „basierend auf zusätzlichen Informationen über mögliche Regelverstöße“. Man mag zum betroffenen Unternehmen stehen, wie man will, aber die zuletzt von Schweighofer eingeleiteten 16 Maßnahmen (s. Link 1 unten) lassen deren Auftreten mittlerweile „päpstlicher als der Papst“ erscheinen. Und trotzdem gibt es diese Höchststrafe …

Fast entsteht der Eindruck, dass ein sehr prominentes Unternehmen bewusst am Nasenring durch die Zertifizierungsmanege gezogen wird. Als ob ein Exempel statuiert werden soll, ohne erwiesener aktueller Fehlleistung.

Die Entwicklung rund um Schweighofer trifft mittelfristig die gesamte europäische Holzindustrie. Japanische Kunden unterscheiden nicht explizit zwischen Holz aus Rumänien und Deutschland, Österreich, Finnland …

Spätestens jetzt muss man neu an das Thema Zertifizierung herangehen. Die Position: „Wir haben die Nachhaltigkeit erfunden und diese 300 Jahre gelebt“, ist für die aufgeklärten, kritischen Kunden als Unbedenklichkeitssiegel zu wenig. Zwischen diesem Laissez-faire, wofür irgendwo das „Gießkannenprinzip des PEFC“ steht, und der aktuellen FSC-Politik wird es hoffentlich einen gangbaren Mittelweg geben. Sonst werden „andere“ noch mehr bei der Bewirtschaftung mitreden.


Autor: Gerd Ebner
27.02.2017, 14:25 MEZ

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