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Neuer Pilz bedroht Ahorn

Erstmals wurde der Erreger der Rußrindenkrankheit in Thüringens Wäldern entdeckt

Ahorn Russrindenkrankheit_to © K. Stürtzergrößer Vor wenigen Wochen wurde erstmals der Erreger der Rußrindenkrankheit in einem knapp fussballfeldgroßen Ahornjungbestand im Thüringer Forstamt Bad Berka nachgewiesen, heißt es bei ThüringenForst. Der Erreger, der Schimmelpilz Cryptostroma corticale, zählt zu den Schadorganismen, die von den klimatischen Veränderungen, insbesondere sehr trocken-heißen Sommern, profitieren. Er trat erstmals 2005 in Baden-Württemberg auf und hat nun Thüringen erreicht. Blattwelke, Absterbeerscheinungen an der Krone und Schleimfluss am Stamm sind typische Symptome. Neben der Schädigung des Baumes gefährdet er auch die Gesundheit des Menschen: Die Pilzsporen führen beim Einatmen nach etwa sechs bis acht Stunden unter Umständen zu mehrtägigem Reizhusten, Fieber und Atemnot. Ob sich der Pilz weiter in Thüringen verbreitet, bleibt offen.

Mit sofortiger Wirkung hat ThüringenForst seinen Mitarbeitern bei Forst- und Waldarbeiten an oder in der Nähe von befallenen Ahornen u. a. die Verwendung eines Schutzanzuges, eines Atemschutzes und leicht desinfizierbarer Schuhe oder Stiefel angeordnet. Fällungen sollten bei Regenwetter unter großräumiger Absperrung des Erntebereichs erfolgen. „Abgestorbene Bäume sollten keinesfalls als Brennholz verwendet werden, da die Sporen in geschlossenen Räumen noch effektiver wirken können. Das kontaminierte Holz darf nur abgedeckt transportiert werden und ist einer Entsorgung etwa in Kraftwerken zuzuführen“, erklärt Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.


Autor: DI Robert Spannlang
09.10.2017, 17:53 MEZ

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