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Bedarf der Industrie nach frischem Holz wieder im Steigen

von Dipl.-Ing. Klaus Friedl, LK Steiermark

Durch die Preisabsenkungen zu Beginn der Erntesaison wurde die Bereitschaft der Waldbesitzer zur Holznutzung stark gedämpft. Echte Anreize seitens Sägeindustrie, die zu einer normalen Holznutzung führen, blieben bislang aus.

Rund 2 bis 3 Euro pro Festmeter waren die Zugeständnisse der Industrie für den Preis des Fichten - Leitsortimentes seit Dezember bei den großen Werken. Das würde ca. 50% der Absenkung aus dem Sommer wieder aufwiegen. Die Cx Qualitäten bleiben voraussichtlich – wie seit Mitte des Trockenjahres 2015 – auf einem sehr niedrigen Niveau. Auch für das Kiefernrundholz besteht aus informellen Gesprächen Zuversicht, dass die Preise wieder leicht ansteigen sollen. Die Anpassung dieser Rahmenbedingungen könnte sich als Motivation verstehen, wieder verstärkte Holzerntemaßnahmen durchzuführen.

Obwohl die Bedenken der Industrie immer lauter werden, vor allem ab dem ersten Quartal wieder genügend Rundholz aus den Heimischen Wäldern zu bekommen, verhindern die lediglich marginalen Preisanhebungen echte Mehrmengen. Das letzte Sturmtief Herwart – vom 29. Oktober brachte weitgehend geringe Schäden, die den Holzmarkt kaum beeinflussen werden Die Hauptgebiete der Kalamität sind der Ostteil des Bezirkes Liezen und die Gegend um Mariazell. Als Schadausmaß für die Steiermark werden rund 250.000fm geschätzt. Da zum Großteil Großbetriebe und Bundesforste betroffen sind, wird durch die Anpassung der Einschlagsplanung keine wesentliche Mehrmenge am Holzmarkt erwartet. In Deutschland waren die Bundesländer Sachsen und Thüringen mit rund 700.000fm vom Sturmholz betroffen. Tschechien meldet rund 2,4 Mio fm Schadholz.
Aufgrund der Rahmenbedingungen bestehen gute Voraussetzungen für Durchforstungen mit geringem Sägerundholz-Anteil. die Industrieholzsortimente werden von der Papier- und Zellstoffindustrie gut und stabil abgenommen. Die namhaften Abnehmerwerke signalisieren auch weiterhin stabile Rahmenbedingungen. Im Laubholzbereich ist die Eiche nach wie vor der Dauerrenner. Abermals konnten leichte Preissteigerungen verzeichnet werden. Auch die Buche lässt sich bei den sehr guten Qualitäten und im Schwellenbereich hinsichtlich Menge zufriedenstellend vermarkten. Preislich besteht jedoch erhebliches Potenzial nach oben.

Durch die kalte Witterung besteht auch bei Heizwerken wieder der typische Mehrverbrauch. Wesentlichen Preissteigerungen gibt es jedoch nicht.

Wesentlich ist vor allem auch, den von der Plattform „FHP“ zur Verfügung gestellten Musterschlussbrief zu mit den dazu geschaffenen Datenstandards im Holzgeschäft zu verwenden. Neue Richtlinien für die Übernahme von Industrieholz und Energieholz wurden kürzlich geschaffen, um Standards auch für diese komplexen Prozesse zu definieren.


Empfehlungen:


•          Nutzungen mit hohem Sägerundholzanteil zurückstellen.
•          Durchforstungen jetzt nachholen. – Industrieholz ist gut nachgefragt.
•          Kontrolle der Übernahmedaten (Einzelstammprotokolle).


Autor: Klaus Friedl
13.12.2017, 11:13 MEZ

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