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„Grausame Zeiten“

Kärntens Holzproduzenten fürchten stockenden Holzabfluss

Nach dem Windwurfjahr 2017 stand im Zentrum des Kärntner Wirtschaftsführertreffens in Klagenfurt am 9. Mai der Appell der Forstbetriebe an die Holzverarbeiter, Rundholzlieferungen aus Slowenien so weit wie möglich einzuschränken. An die eigenen Forstkollegen erging die Devise: „Restriktiv nutzen“.

Wirtschaftsführertreffen Ktn 2018 © Robert Spannlanggrößer Die Zahl von über 1,5 Mio. fm Schadholz stand im Raum, die in Kärnten im Vorjahr durch Windwurf und Käfer angefallen sein sollen – das käme einer Verdreifachung zum Jahr 2016 gleich. Diese Angabe, beeilte man sich aber auch hinzuzufügen, beinhalte neben den genauen Angaben des bereits aufgearbeiteten auch Schätzungen des noch liegenden Rundholzes. Manche der beim Wirtschaftsführertreffen im herrschaftlichen Schloss Mageregg glaubten aber nicht an eine derart hohe Zahl. „Niemand hat etwas davon, wenn dadurch Panik am Markt entsteht“, meinte einer. Wichtig sei eine Aufarbeitung von Schadholz nur im Ausmaß des möglichen Holzabflusses in Richtung Verarbeiter und ein restriktiver Einschlag von Frischholz, betonte ein anderer Teilnehmer. Das betreffe auch die häufig geübte Praxis des ,Rändelns’ (Begradigung von Grenzen der Windwurfflächen, solange gefördert wird und Erntemaschinen von Ort sind, Anm.).

Besonders hart würden die kommenden zwei Monate werden, wo die Käfer das noch nicht geborgene Holz besiedeln. Nach dem langen Winter konnte erst vor wenigen Wochen mit dessen Aufarbeitung begonnen werden, war zu erfahren. „Jetzt brauchen wir den Schulterschluss mit den Verarbeitern, der oft beschworen aber nie vollzogen wurde, sonst sind unsere Wälder in Gefahr. Sie mögen in diesen grausamen Zeiten Anstand und Weitblick walten lassen und Rundholzimporte, etwa aus Slowenien, so weit wie möglich einschränken“, beschwor Vorsitzender Martin Straubinger die Holzverarbeiter.


Autor: Robert Spannlang
14.05.2018, 07:20 MEZ

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