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2017 war "mageres bis schlechtes Forstjahr"

Trockenheit war Eldorado für den Borkenkäfer

„Borkenkäfer und Windwürfe sowie Marktverwerfungen und Preisreduktionen setzten der Forstwirtschaft 2017 zu“, erklärte Präsident Felix Montecuccoli anlässlich der Wirtschaftspressekonferenz der Land&Forst Betriebe Österreich am 16. Mai in Wien. Dagegen konnte die Holz verarbeitende Industrie die internationale Konjunkturerholung ausnutzen.

Montecuccoli_PK2018 © Martin Heidelbauergrößer „Die früh einsetzende Hitzewelle im vergangenen Jahr und die lang anhaltende Trockenheit waren ein Eldorado für den Borkenkäfer. Große Probleme gab es in den Regionen nördlich der Donau, im Burgenland und der Südsteiermark“, erläuterte Montecuccoli. Das Käferholz erreichte einen Rekordwert von 3,3 Mio. fm. „Im schlechtesten Fall ist heuer mit einer ähnlichen Menge zu rechnen. Bei günstigen Verhältnissen ohne 4. Käfergeneration wäre ein Rückgang auf ein Drittel möglich“, analysierte Montecuccoli. Durch die kleinflächigen verstreuten Schadholznutzungen erhöhten sich die Aufarbeitungskosten um 7 bis 10 €/fm. Die Qualitätsminderungen sorgten beim Käferholz für einen Preisverlust von 30 €/fm.

Auch der Jahresdurchschnittspreis für planmäßig geerntetes Nadelsägerundholz stagnierte 2017 im Vergleich zu 2016 auf 89 €/fm. Die Betriebe mussten vor allem im zweiten Halbjahr einen Preisverfall von 5 €/fm hinnehmen. Im Vergleich dazu lagen die Durchschnittspreise 2013/14 noch bei 98 €/fm. Der Jahresdurchschnittspreis für das Industrieholz blieb unverändert auf 36 €/fm. Eine positive Entwicklung zeigte sich beim Laubholz (Buche und Eiche).

„Gegen Jahresende kam es in Kärnten zu einem massiven Windwurf mit über 400.000 fm Schadholz. Die schwierige und großflächige Aufarbeitung konnte nur Schritt für Schritt erfolgen, weshalb ein Großteil dieses Schadholzes erst heuer auf den Markt kommt“, berichtete Montecuccoli. Im Gegensatz zur Forstwirtschaft konnte er für die Holzindustrie eine positive Bilanz ziehen. Säge-, Papier- und Plattenindustrie verarbeiteten im Vorjahr 24 Mio. fm, wobei 11,9 Mio. fm auf heimisches Rundholz entfielen. Der Schnittholzexport konnte auf 5,7 Mio. m3 (+5 %) ausgebaut werden.


Autor: Martin Heidelbauer
18.05.2018, 08:55 MEZ

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