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Schweighofer im Visier der Behörden

Vorwurf: 25 Mio. € Schaden, WWF fordert schnelle Aufklärung

Im Rahmen umfangreicher Ermittlungen wurden am vergangenen Donnerstag (31. Mai) 23 Hausdurchsuchungen durch die rumänische Direktion zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens und des Terrorismus (DIICOT) im Zusammenhang mit möglicher illegaler Holzhandelsaktivitäten durchgeführt. Unter den durchsuchten Objekten befanden sich ebenfalls Standorte der Holzindustrie Schweighofer in Rumänien. DIICOT spricht von einem Schaden in Höhe von 25 Mio. €.

Schweighofer-Karte © Placknergrößer Das österreichische Unternehmen zeigte sich in einer ersten Presseaussendung kooperativ und stellt den Behörden sämtliche Informationen zur Unterstützung der Untersuchungen zur Verfügung. Mitarbeiter des Unternehmens berichteten, dass es zu mehreren Einvernahmen durch DIICOT kam. In der Presseaussendung von DIICOT heißt es außerdem, dass es Hinweise von 2011 bis heute gibt, aus denen hervorgeht, dass sich verschiedene Parteien zu einer organisierten Gruppe zusammengefügt haben, um beträchtliche Massen an Holz rechtswidrig zu handeln. DIICOT beziffert den Schaden mit 25 Mio. €. Holzindustrie Schweighofer bemühte sich in den vergangenen Jahren das Einkaufssystem der rumänischen Sägewerke deutlich transparenter zu machen. Mit der unternehmenseigenen Software „Timflow“ besteht seit etwa einem Jahr die Möglichkeit, Rundholzlieferungen vom Wald in das Sägewerk nachzuvollziehen. Der WWF fordert in einer Mitteilung die schnelle Aufklärung und spricht von Anklagen. Dies wurden bisher nicht durch die Holzindustrie Schweighofer bestätigt. Wie DIICOT betont, gilt allerdings die Unschuldsvermutung. Schweighofer kann die Beschuldigungen seitens des WWF nicht nachvollziehen, da das Unternehmen im Sinne einer aktiven, transparenten Kommunikation in einem konstruktiven Diskurs mit unterschiedlichen Umweltschutz-NGOs steht, unter anderem mit dem WWF. Seit März 2015 wurden Holzindustrie Schweighofers rumänische Werke insgesamt zehn Kontrollen gemäß EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) unterzogen. Wie das Unternehmen bestätigt, verliefen alle Kontrollen ohne Beanstandungen. Die EUTR-Kontrollen fanden in den folgenden Werken statt: Radauti (März und August 2015 sowie März 2017), Sebes (März 2016, März 2017 und März 2018), Comanesti (November und Dezember 2016, März 2018), Reci (November 2016).


Autor: Fabian Pöschel
04.06.2018, 09:21 MEZ

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