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Frischholz-Einschlag in Bayern vermindern

Waldbesitzer reagieren auf Überangebot

Spitzenvertreter von Bayerischem Waldbesitzerverband, forstwirtschaftlichen Vereinigungen und der Bayerischen Staatsforsten trafen sich, um die massiv spürbaren Folgen des Klimawandels (vermehrte Windwürfe und Käferbefall) zu besprechen und marktberuhigende Lösungen zu erarbeiten.

Der Holzmarkt sei aufgrund der großen Schadholzmengen, die auch aus anderen Bundesländern nach Bayern fließen, angespannt und durch ein Überangebot gekennzeichnet. Die Bayerischen Staatsforsten verfolgen daher die Strategie, den Nadel-Frischholz-Einschlag in den kommenden Sommermonaten spürbar zu reduzieren. Wie Vorstandsvorsitzender Martin Neumeyer unterstrich, hätten die Staatsforsten erhebliche Nasslager-Kapazitäten aufgebaut und lagerten größere Mengen an Nadelstammholz in ihre Nasslager ein.

Vertreter der forstwirtschaftlichen Vereinigungen und Staatsforsten beschlossen zudem, in einem gemeinsamen Pilotprojekt Nasslager-Kapazitäten der Staatsforsten gemeinsam zu nutzen, um hochwertiges Frischholz aus Kalamitätsereignissen einzulagern. Weiters kündigten die Vertreter der forstwirtschaftlichen Vereinigungen an, Waldbesitzer und ihre Mitgliedervereinigungen zu beraten, Frischholz in den kommenden Monaten nur sehr zurückhaltend zu ernten.

„Die bayerische Borkenkäfersituation stellt sich differenziert dar“, erklärten die Forstexperten. Aktuell werde nur in begrenztem Umfang frischer Befall stehender Bäume festgestellt. Statt dessen sei im Wald lagerndes Stammholz stark befallen. Diese Hölzer sollen aber in größem Umfang in Nass- und Trockenlager gebracht, entrindet oder auf andere Weise waldschutzwirksam behandelt werden. Daher bestehe je nach Region die Chance, der Käferdynamik zu begegnen.


Autor: Martin Heidelbauer (für Der Waldbauer bearbeitet)
29.06.2018, 14:10 MEZ

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