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Protestfahrt gegen Rundholzimporte

Der Niederösterreichische Bauernbund hat am 18. Juli im Waldviertel gegen die anhaltenden Holzimporte auf der Straße mobil gemacht. Im Zuge einer Protestkundgebung unter dem Motto „Holzimporte stoppen – zuerst heimisches Holz verwenden und Familienbetriebe sichern“ machten 500 Land- und Forstwirte zwischen dem Grenzübergang Fratres-Slavonice und Schönfeld mit 150 Traktoren samt Forstkränen und Rückewagen auf ihre Lage in der heimischen Forstwirtschaft aufmerksam.

„Borkenkäfer und Klimawandel haben für eine Schadholzmenge von aktuell 3 Mio. fm gesorgt. Trotz mehr als ausreichender Versorgung der Sägewerke und Industrie mit heimischen Holz, stiegen die Holzimporte um 20% auf 7,25 Mio. fm an“, heißt es in einer Aussendung des NÖ Bauernbundes. Insgesamt sind im Waldviertel laut Waldverbandsobmann Franz Fischer rund 15.000 ha Forst durch Klimawandel und Schädlingsbefall geschädigt. Der resultierende wirtschaftliche Gesamtschaden, allein im Waldviertel, betrage 220 Mio. €. Die angestiegenen Holzimporte entsprächen einem Volumen von rund 35.000 vollbeladenen Lkw-Zügen. Laut Bauernbund muss ein durchschnittlicher Betrieb mit 30 ha Waldbewirtschaftung aufgrund des Schadholzanfalls und der aktuellen Preissituation einen jährlichen Einkommensverlust von mehr als 6.000 € hinnehmen.


„Setzt kein Umdenken ein, werde die Kammer ein ‚Notwehr-Fahrverbot für Lkw’ nach Tiroler Vorbild einfordern“, hatte LK NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager verlautbart. Franz Kirnbauer, Fachgruppenobmann der niederösterreichischen Holzindustrie, kontert: „Wir haben im 1. Quartal wieder erhöhte Mengen Schadholz aus dem Inland übernommen.“


Autor: Barbara Schuss
23.07.2019, 09:32 MEZ

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