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Erste Schadensbilanz Kärnten

Alle Forststraßen weg, hauptsächlich Wipfelbrüche

In Oberkärnten fielen von 14. bis 19. November 650 mm Niederschlag in Form von Schnee und Regen. Zum vielen Schnee kamen am Freitag und Samstag dann Sturmböen bis 130 km/h. Insbesondere Wipfelbrüche und enorme Schäden an der forstlichen Infrastruktur sind die Folgen.

Schneebruch © Gollmitzergrößer Landesforstdirektor Christian Matitz betont im Holzkurier-Interview, dass die Schadgebiete bis auf erste Hubschrauberbefliegungen noch nicht erreicht wurden. Eine erste Schätzung von Matitz lautet auf einen fünfstelligen Festmeterschaden. In den Bezirken Spittal und Hermagor sind es überwiegend Wipfelbrüche, ganze Bäume hat es selten geworfen. Man geht also von sehr verstreuten, schwer aufzuarbeitenden Waldschäden aus. In Oberkärnten ist die Holzernte eingestellt. Alle Forststraßen sind aufgeweicht. Matitz hebt weiters die massiven Schäden an den Forststraßen hervor. Jede Forststraße sei an der Gewässerquerung schwer beschädigt. Nahezu alle Wildbäche und Gräben in den beiden Oberkärntner Bezirken sind vermurt.

Ein Extrembeispiel erwähnte Matitz weiters: Im November gab es am Plöckenpass 1200 mm (alleine zwischen 15. und 17. November waren es 550 mm). Der bisherige Rekord stammt aus dem Vorjahr: 880 mm. Ausgelöst wurde diese Niederschlagsmengen durch fünf Staulagen in Folge. Dieses Witterungsereignis traf Kärnten, als die Schäden des Sturms Vaia aus 2018 zu zwei Drittel aufgearbeitet waren. 2017 hatte man bereits 1 Mio. fm Windwurfholz aufzuarbeiten.


Autor: Gerd Ebner
25.11.2019, 15:48 MEZ

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