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Wegen Schadholz: 1 Mrd. € nötig

Borkenkäfersituation ist dramatisch

Die heimische Forstwirtschaft fordert für die nächsten drei Jahre 1 Mrd. € Unterstützung. Zudem legte der Österreichische Biomasse-Verband gemeinsam mit der Forst- und Holzindustrie ein Maßnahmenpaket vor.

Aufgrund des außergewöhnlich milden und trockenen Winters hat der Borkenkäferbefall in Österreichs Wäldern heuer besonders früh begonnen. Das wird einen hohen wirtschaftlichen Schaden für die Forstbesitzer bedeuten. „Die Situation ist absolut dramatisch“, meint Josef Moosbrugger, Chef der Landwirtschaftskammer (LWK) Österreich, gegenüber der APA. Bereits im Januar sei der Borkenkäfer in den österreichischen Wäldern gesehen worden. Um eine weitere Verbreitung einzudämmen, muss das Borkenkäferholz so schnell wie möglich aus dem Wald geholt werden.

Der Schadholzpreis decke nicht die Kosten für die Holzernte und Aufforstung. Darum fordert die LWK von der öffentlichen Hand 1 Mrd. € in den nächsten drei Jahren, um die Waldbesitzer zu unterstützen. Moosbrugger sieht die heimische Papier- und Sägeindustrie in der Mitverantwortung. Wenn man lieber das Holz aus dem Ausland importiere, werde das Borkenkäferholz im Wald in Österreich liegen bleiben.

Der Österreichische Biomasse-Verband legte am 3. April mit der Forstwirtschaft und den Leitbetrieben der Holzindustrie ein Sofortmaßnahmen-Paket vor, das in wenigen Monaten umsetzbar wäre. Damit können laut dem Biomasse-Verband über 25.000 Arbeitsplätze gesichert, die erneuerbare Energieproduktion um 8 Prozentpunkte erhöht, die CO2-Emissionen um 3 Mio. t gesenkt, 3 bis 4 Mio. fm ungenutztes Schadholz zwischengelagert und verwertet sowie 4,5 Mrd. € an Investitionen ausgelöst werden.


Autor: Martina Nöstler
07.04.2020, 14:57 MEZ

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