Schutzwaldpreis Helvetia

Bergwald im Alpenraum schützen

Ein Artikel von Dagmar Holley (für Forstverein Steiermark bearbeitet) | 26.03.2025 - 14:33
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Schutzwaldpreis 2025: Verkündung des Siegers in der Kategorie Öffentlichkeitsarbeit © Südtiroler Forstverein

Zum 18. Mal wurde mit der Verleihung des Preises die Schutzwirkung des Waldes hervorgehoben, die es überhaupt erst möglich machte, den Alpenraum zu besiedeln. Der Wald schützt vor Erosion, Steinschlag, Murgängen, Lawinen und Hochwasser. Immer wichtiger werden dabei auch Aspekte der Erholung und Holznutzung.

Der Schutzwaldpreis wird jährlich in einem der ARGE-Länder vergeben und ist ein Gemeinschaftsprojekt der Versicherung Helvetia und der 1981 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Alpenländischer Forstvereine (ARGE). Dazu zählen die Forstvereine Bayern, Graubünden, St. Gallen, Südtirol, Tirol, Vorarlberg, Kärnten und Liechtenstein. Durch gemeinsame Projekte wie den Schutzwaldpreis sowie den Austausch von Erfahrungen gilt es, die Zukunft des Bergwaldes als naturnahen Lebensraum in den Alpen zu stärken und zu sichern.

„Ein gesunder Schutzwald ist für Siedlungen, Infrastrukturen und Landwirtschaftsgebiete von großer Bedeutung“, unterstreicht Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher: „Durch zunehmende extreme Wetterereignisse steigen die Ansprüche an die Schutzleistungen des Bergwaldes, damit gewinnt auch die Bewusstseinsbildung an Bedeutung.“

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Schutzwaldpreis 2025: Ausgezeichnetes Projekt der Lebenshilfe Tirol © Südtiroler Forstverein

Den Schutzwald ins Bewusstsein rufen
Ganz im Sinne dieser Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung wurden zahlreiche Projekte eingereicht. 12 Projekte haben es schließlich in die engere Auswahl geschafft. Vergeben wurde auch ein Pressepreis hinsichtlich relevanter Publikationen zum Thema Schutzwald und ein Sonderpreis der Jury für ein außergewöhnliches Projekt. 
Die Preisträger des diesjährigen Schutzwaldpreises sind:

  • Kategorie Erfolgsprojekte: Wiederbewaldung der Hänge am Calanda (Graubünden)
  • Kategorie Schulprojekte: Schüler als Schutzwaldbotschafter (Südtirol)
  • Kategorie Öffentlichkeitsarbeit: Waldbaulehrpfad Engadin-Val Müstair – ein Modell für nachhaltige Forstwirtschaft und Wissensmanagement (Graubünden)
  • Kategorie Pressepreis: „Wald“-Sommerserie im Sarganserländer (St. Gallen)
  • Kategorie Sonderpreis der Jury: VAIA – Musik gegen das Vergessen (Südtirol)

Die Bewertung der Projekte erfolgte dabei durch eine unabhängige internationale Expertenjury, bestehend aus Monika Arzberger (Vorsitzende), Monika Frehner, Arnold Hirschbühel, Hermann Kuenz und Josef Schmiedhofer.

 

Abwechslungsreiche Veranstaltung
Das Forum in Brixen war gut besucht an diesem Freitagvormittag. Aus den verschiedenen ARGE-Ländern sind Vertreterinnen und Vertreter angereist, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Der Präsident des Südtiroler Forstvereins, Christoph Hintner, begrüßte das Publikum und die anwesenden Schutzwaldpaten.

Am Beginn der Preisverleihung wurde Südtirols Schutzwaldpate vorgestellt. Die Wahl fiel auf den 85-jährigen Christoph von Sternbach, der sich zeitlebens für den Schutzwald einsetzte und sich heute noch an seinem Wald erfreut. Er war Mitbegründer der Landesfeuerwehrschule, unterstützte die Erschließung abgelegener Bergbauernhöfe und entschied sich als einer der Ersten für einen privaten Waldbehandlungsplan. Zudem ist er Ehrenmitglied des Südtiroler Forstvereins. Seine größte Leistung aber war, dass es ihm gelang, den Schulterschluss zwischen Waldbauern und Förstern sowie zwischen Feuerwehren und Förstern zu erreichen, der vor seiner Zeit noch keineswegs selbstverständlich war.

Im Anschluss gab Moderatorin Magdalena Oberstaller den Startschuss für eine bunte und abwechslungsreiche Veranstaltung. Dazu gehörten Videopräsentationen, Diskussionen sowie abwechslungsreiche Projektpräsentationen zum Thema Schutzwald. Die Musikgruppe Frisch g’strichn sowie die singenden Förster Eugen und Toni untermalten den Vormittag musikalisch.