Herbstreise nach Osttirol

Ein Artikel von Veronika Weber | 05.11.2024 - 15:55

Freitag, 11. Oktober 2024 – Kultureller Auftakt in Lienz, wildbiologische Einblicke und Entspannung im Defereggental

Unsere Reise begann am Freitag mit einer angenehmen Busfahrt von Graz nach Osttirol und der Besichtigung von Schloss Bruck, einer beeindruckenden Burganlage aus dem 13. Jahrhundert, die über der Stadt Lienz thront. Schon beim Betreten des Schlosses spürten wir den historischen Charme, der die alten Mauern umgibt. Besonders fasziniert haben uns die großartigen Gemälde von Albin Egger-Lienz, einem der bedeutendsten Künstler der Region. Ein weiterer Höhepunkt war der Aufstieg zum Turm der Burg, von wo aus sich uns ein wunderschöner Panoramablick über das Tal und die umliegenden Berge bot. 

Nach der kulturellen und kulinarischen Stärkung stand uns der Nachmittag zur freien Verfügung. Einige unserer Gruppe entschieden sich für eine wohltuende Auszeit im Spa-Bereich unseres Hotels, dem Spa Hotel Zedern Klang in Hopfgarten im Defereggental. Für die Aktiveren bot sich die Gelegenheit, das Naturparkzentrum in Matrei zu besuchen. Der gebürtige Steirer Dr. Gunther Gressmann forscht im Bereich Wildökologie und Wildtiermanagement und gab uns einen umfassenden Überblick auf seinen Tätigkeitsbereich. Er ist auf die Erhaltung und das Management von Wildtierpopulationen spezialisiert, insbesondere in Schutzgebieten wie dem Nationalpark Hohe Tauern. Ein zentraler Schwerpunkt seiner Arbeit ist das Monitoring von Wildtieren wie Steinböcken und Bartgeiern sowie die Erforschung von Krankheiten bei Wildtieren, wie z. B. Gamsräude und Gamsblindheit. 

Zum Abschluss des Tages wurden wir im Hotel mit einem köstlichen Abendessen verwöhnt.

Samstag, 12. Oktober 2024 – Im Wald und in den Bergen

Der zweite Tag unserer Reise begann mit einem Forstprogramm, das von Gemeindewaldaufseher Robert Ladstätter geleitet wurde. Wir fuhren nach St. Veit im Defereggental, wo uns Herr Ladstätter eindrucksvoll von den Herausforderungen der letzten Jahre berichtete. Bedingt durch Windwurf im Jahr 2018 und massiven Schneedruck in den beiden darauffolgenden Jahren hat der Borkenkäfer überhandgenommen und die Wälder in Osttirol stark in Mitleidenschaft gezogen. Es wurden und werden zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung des Borkenkäfers ergriffen, darunter die Aufarbeitung von befallenem Schadholz und die Wiederaufforstung mit standortgerechten Baumarten (50% Fichte, 40% Lärche, 10% Tanne). So wurden im Jahr 2023 rund 1,2 Millionen Bäume aufgeforstet, um die Schutzfunktion der Wälder wiederherzustellen. 

Zum Mittagessen kehrten wir im Alpengasthof Pichler ein, wo uns unter anderem die traditionellen „Schlipfkrapfen“, eine Spezialität auf der Region, serviert wurden. 

Am Nachmittag ging es weiter nach St. Jakob, wo wir eine Wanderung durch den Oberhauser Zirbenwald unternahmen. Der über 170 Hektar große Zirbenwald ist der größte zusammenhängende Zirbenbestand der Ostalpen und ein wahres Naturwunder. 

Zurück im Spa Hotel Zedern Klang ließen wir den Abend mit einem exquisiten Abendessen ausklingen. 

Sonntag, 13. Oktober 2024 – Hoch hinaus auf der Großglockner Hochalpenstraße

Am Sonntagmorgen machten wir uns früh auf den Weg, um die berühmte Großglockner Hochalpenstraße zu befahren. Die spektakuläre Bergstraße führte uns immer höher hinauf, bis wir schließlich einen Zwischenstopp am Besucherzentrum auf der Kaiser-Franz-Josef-Höhe einlegten. Von hier aus bot sich uns ein Blick auf die Pasterze und das atemberaubende Panorama. Der höchste Berg Österreichs, der Großglockner, versteckte sich jedoch leider im Hochnebel.

Zum Abschluss unserer Reise fuhren wir nach Werfen, wo wir im renommierten Restaurant Obauer, einem der 50 weltbesten Restaurants, zu Mittag aßen. Die Brüder Obauer, die zu den besten Köchen Österreichs zählen, servierten uns ein außergewöhnliches Menü, das auf einer perfekten Kombination von regionalen Zutaten und kreativer Kochkunst basierte. Es war ein kulinarisches Erlebnis auf höchstem Niveau und der perfekte Abschluss unserer Reise.

Mit vielen neuen Eindrücken und dem Gefühl, sowohl forstlich, kulturell als auch kulinarisch bereichert worden zu sein, traten wir nach dem Mittagessen die Heimreise an.